Mit agilen UX Methoden in Rekordzeit zum nutzerzentrierten Dashboard

Wie die „Design Studio“ – Methode helfen kann, das richtige Dashboard zu bauen.

Zentrale Bestandteile der Tätigkeiten eines Usability Engineers sind die Aufnahme von Nutzeranforderungen und die Gestaltung von Interfaces in Bezug auf diese Anforderungen. In dieser Hinsicht ergeben sich durchaus Parallelen zu den Aufgaben einer ControllerIn, die für verschiedene Stakeholder bestimmte Reports und Dashboards so aufbereiten muss, dass diese ihre benötigten Informationen schnell, korrekt und übersichtlich erhalten.

Als Usability Engineer treffe ich bei der Gestaltung von User Interfaces häufig auf konfligierende Meinungen und Vorstellungen insbesondere, wenn ich in einem agilen Projektumfeld arbeite. Der Product Owner hat seine eigene Vision im Kopf, dem Entwickler ist vorrangig die Funktionalität wichtig und der Designer möchte, dass sein Styleguide konsistent eingehalten wird. Um eine solche Situation zu einer Konsenslösung zu führen, ist die Methode „Design Studio“ hervorragend geeignet. Ebenso gut ist sie anwendbar, wenn man auf der „grünen Wiese“ startet und man als Gruppe kreativ werden muss. Beide Ausgangssituationen sind natürlich auch auf die Gestaltung von Reporting-Dashboards eins-zu-eins übertragbar.

Was sind denn nun Design Studios?

Wer bei dem Namen sofort an einen großen Raum voll mit Reißbrettern, Apple Rechnern und Designermöbeln denkt, liegt ziemlich falsch. Für die Durchführung eines Design Studios braucht man lediglich genügend Papier und Stifte und evtl. ein wenig Bastelmaterial (Schere, Kleber, …) und ein möglichst interdisziplinäres Team. Das Team sollte dabei nicht größer sein als acht Personen, ideal sind fünf oder sechs. Jedes Teammitglied sollte in irgendeiner Form Stakeholder am zu bearbeitenden Projekt sein. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Methode am effektivsten ist, wenn folgende Rollen durch ein oder mehrere Teilnehmer abgedeckt werden:

  • Business-Perspektive
    Jemand der abschätzen kann, ob etwas wirtschaftlich sinnvoll ist oder nicht.
  • Engineering-Perspektive
    Jemand der abschätzen kann, ob etwas technisch machbar ist oder nicht.
  • Nutzer-Perspektive
    Jemand der abschätzen kann, ob etwas einen Mehrwert für die Nutzer darstellt.

    Prototypen geht am schnellsten auf Papier! (Bildquelle: https://file.mockplus.com/image/2017/03/d49ab5d1-dda7-42cd-87f8-2ac835f4e432.jpg)

Unter genauer Einhaltung vorgeschriebener Timeboxen gliedert sich die Methode in drei einfache Phasen:

 Phase 1 – Create

In dieser Phase entwirft jeder Teilnehmer für sich alleine mehrere Lösungsansätze und skizziert diese auf Papier.

Phase 2 – Pitch

Danach kommt das Team zusammen und jeder bekommt die Chance seine Ideen vorzutragen.

Phase 3 – Critique

Zum Schluss wird jedes Design auf vielversprechende und weiter optimierungswürdige Elemente bewertet.

Der Clou an der Methode – „Klauen ist Pflicht“

Bisher hat das Team nicht viel mehr gemacht, als in einer einfachen Brainstorming-Session. Allerdings endet das Design Studio hier mitnichten, bisher wurde lediglich die erste Iteration durchgeführt. Denn nun geht es für die Teammitglieder zurück an ihre Entwürfe. Allerdings mit der Regel „stealing is mandatory“, also „Klauen ist Pflicht“. Das heißt, die Teammitglieder sollen mindestens ein Element eines anderen Entwurfs, dass sie selbst für gut empfunden haben, in ihren eigenen Entwurf integrieren. Danach geht es in die nächste „Pitching“ – Runde. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich nach drei bis vier Iterationen, die Entwürfe der Teammitglieder so sehr annähern, dass eine Konsensentscheidung greifbar wird. Unter Einhaltung der Timeboxen dauert diese Methode dann etwa drei bis vier Stunden.

Und wie hilft mir das jetzt für mein Dashboard?

Design Studios sind eine Methode aus agilen Entwicklungsprojekten und produzieren in relativ kurzer Zeit einen Prototypen, der vom gesamten Team kollaborativ entwickelt wurde. Es ist durchaus möglich auch Nutzer bzw. Kunden in die Methode mit einzubeziehen. Das macht diese Methode auch für die Entwicklung von Reporting-Dashboards potentiell interessant. Hier können sich Controller, Manager, Developer und andere Stakeholder treffen und schnell gemeinsam zu gewünschten Visualisierungen und Dashboard-Entwürfen kommen.

Falls Euch das neugierig gemacht hat, besucht uns doch auf einem unserer BA Brunches in Paderborn (18.04.) oder in Düsseldorf (25.04.), dort werden wir die Methode in einem Workshop ausprobieren!

Ich hoffe wir sehen uns!

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